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06.12.2017 | 18:00 Uhr | Institut für Zukunft (IFZ), An den Tierklinken 38 – 40, 04103 Leipzig

Peggy H. Breitenstein & Robert Schnepf (Moderation: Ulrich Brieler)

Geschichte und Geschichtsphilosophie bei Karl Marx

Zweifelsohne spielen die historischen Betrachtungen im Marx'schen Werk nicht nur für die Analyse, sondern ebenso für die Formulierung der Kritik kapitalistischer Gesellschaften eine wichtige Rolle. Umstritten ist hingegen, wie die geschichtlichen Betrachtungen ihre kritische Wirkung entfalten: Kritisiert Marx seine Gegenwart aus der utopischen Vorwegnahme einer zukünftigen Gesellschaft? Vertritt Marx also eine substantielle Geschichtsphilosophie, bei der gesellschaftliche Entwicklungsstufen einander mit Notwendigkeit ablösen und an deren Ende die befreite Gesellschaft steht? Oder greift diese Interpretation zu weit und sollte seine Geschichtsphilosophie eher als methodisches Hilfsmittel zur nachträglichen Anordnung und Interpretation historischer Ereignisse betrachtet werden?
Entlang einschlägiger Textstellen und unter Berücksichtigung der Veränderungen, die anhand von Vergleichen verschiedener seiner Schriften gesehen werden können, wollen wir dieser Kontroverse auf den Grund gehen. Zum einen soll so die Relevanz historischer Analysen sowie geschichtsphilosophischer Darstellungen im Werk von Marx problematisiert und auf ihre Aktualität hin überprüft werden. Zum anderen werden wir danach fragen, welche Konsequenzen aus den verschiedenen Interpretationen für die handelnden Akteure gezogen werden können.

Eingeladen haben wir Peggy H. Breitenstein (Jena) und Robert Schnepf (Halle). Moderation: Ulrich Brieler (Leipzig).

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Marx Expedition 2012


Was im Jahr 2007 als Krise des US-Immobilienmarktes begann, hat sich bis heute zu einer handfesten Weltwirtschafts- und Fiskalkrise ausgeweitet, so dass mittlerweile die Zukunft der europäischen Währungsunion auf dem Spiel steht. Unter deutsch-französischer Führung sollen die Haushaltsprobleme mittels radikaler Sparpolitik auf Kosten der LohnarbeiterInnen, vor allem in der europäischen Peripherie, gelöst werden. In Griechenland kommt es daher zur Zeit zu massiven sozialen Protesten. Schon Karl Marx setzte sich in seinem gut 140 Jahre alten Kapital mit ökonomischen Krisen, Staatsverschuldung, Ausbeutung und Arbeitskämpfen auseinander. Dabei versucht er zu ergründen, warum solche Phänomene im Kapitalismus notwendigerweise auftreten. Was liegt also näher, als sich einmal genauer mit dem zu beschäftigen, was man von Marx für das 21. Jahrhundert lernen könnte? Wir haben daher neun kritische Sozialwissenschaftler eingeladen, um einen Einblick in die Marxsche Gesellschaftstheorie zu erhalten und davon ausgehend mit euch diese aktuellen Phänomene diskutieren zu können. Ziel ist, sich mit so scheinbar selbstverständlichen Phänomenen wie Kapitalismus, Staat, Arbeit und Moral aus einer etwas anderen Perspektive auseinanderzusetzen.

Veranstaltungen

19.04.2012 | 19:00 Uhr | Hörsaal 1, Hörsaalgebäude (HSG) der Uni Leipzig, Universitätsstraße 3, 04109 Leipzig

Michael Heinrich

Das Marx'sche "Kapital" in Zeiten der Finanzkrise



02.05.2012 | 19:00 Uhr | Hörsaal 1, Hörsaalgebäude (HSG) der Uni Leipzig, Universitätsstraße 3, 04109 Leipzig

Ingo Elbe

Anonyme Herrschaft und Fetischismus. Moderne Machtverhältniße und ihre Selbstverrätselung



Dr. Ingo Elbe ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Privatdozent an der Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg. Letzte Publikationen zum Thema "Theorien des Politischen": Paradigmen anonymer Herrschaft. Politische Philosophie von Hobbes bis Arendt. Würzburg 2015; (zusammen mit Sven Ellmers): "Das öffentliche Leben. Zu Hannah Arendts Theorie wirtschaftlichen Wachstums". In: Zeitschrift für kritische Sozialtheorie und Philosophie, Nr. 2/2/2015. "Politische Macht, Faschismus und Ideologie. Ernesto Laclaus Auseinandersetzung mit Nicos Poulantzas". In: A. Hetzel (Hg.): Radikale Demokratie. Zum Staatsverständnis von Chantal Mouffe und Ernesto Laclau. Baden-Baden 2017.

23.05.2012 | 19:00 Uhr | Hörsaal 1, Hörsaalgebäude (HSG) der Uni Leipzig, Universitätsstraße 3, 04109 Leipzig

Christoph Türcke

Marx und die Grenzen der Dialektik



31.05.2012 | 19:00 Uhr | Hörsaal 1, Hörsaalgebäude (HSG) der Uni Leipzig, Universitätsstraße 3, 04109 Leipzig

Christian Schmidt

Entfremdung - die Schizophrenie im Kapitalismus



Christian Schmidt lehrt am Institut für Philosophie der Universität Leipzig.

11.06.2012 | 19:00 Uhr | Hörsaal 1, Hörsaalgebäude (HSG) der Uni Leipzig, Universitätsstraße 3, 04109 Leipzig

Alex Demirovic

Wie normativ ist die Marx'sche Kritik der kapitalistischen Gesellschaft?



19.06.2012 | 19:00 Uhr | Hörsaal 1, Hörsaalgebäude (HSG) der Uni Leipzig, Universitätsstraße 3, 04109 Leipzig

Ulrich Brieler

Die Empire-Trilogie von A.Negri und M.Hardt - "Das kommunistische Manifest" des 21. Jhd?



Prof. Dr. Ulrich Brieler ist Leiter des Referats Wissenspolitik der Stadt Leipzig und Honorarprofessor am Institut für Philosophie der Universität Leipzig.

28.06.2012 | 19:00 Uhr | Hörsaal 1, Hörsaalgebäude (HSG) der Uni Leipzig, Universitätsstraße 3, 04109 Leipzig

Heiner Ganßmann

Kapital und Arbeit - ein aktueller Gegensatz?



05.07.2012 | 19:00 Uhr | Hörsaal 1, Hörsaalgebäude (HSG) der Uni Leipzig, Universitätsstraße 3, 04109 Leipzig

Joachim Hirsch

Form und Geschichte des kapitalistischen Staates



12.07.2012 | 19:00 Uhr | Hörsaal 1, Hörsaalgebäude (HSG) der Uni Leipzig, Universitätsstraße 3, 04109 Leipzig

Klaus Dörre

Landnahme und Wachstumszwang. Zu den Grenzen kapitalistischer Dynamik