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17.05.2017 | 19:00 Uhr | Hörsaal 8, Hörsaalgebäude (HSG) der Uni Leipzig, Universitätsstraße 3, 04109 Leipzig

Jan Schlemermeyer

Kritik der Politik als Politikwissenschaft? Zur materialistischen Staatstheorie von Johannes Agnoli

Im Gegensatz zu den breit rezipierten, hegemonietheoretischen Überlegungen im Anschluss an Nicos Poulantzas scheint Johannes Agnolis Ansatz einer "Kritik der Politik" ungeeignet für eine Analyse der aktuellen Transformationsprozesse demokratischer Staatlichkeit und ihrer Krisen zu sein. Ein Grund dafür liegt vermutlich darin, dass er lediglich mit der Staatsableitungsdebatte der 1970er Jahre und deren Strukturfunktionalismus in Verbindung gebracht wird. Gleichwohl lassen sich seine Überlegungen für eine materialistische Staatstheorie nutzbar machen, die über einen eindimensionalen politischen Fokus hinausgeht und die ökonomische Bedingtheit staatlicher Aktivitäten ernst nimmt. Eine solche Theorie weist den Gegensatz von anonymem Strukturalismus und akteurszentrierter Handlungstheorie zurück. Stattdessen versucht sie eine materialistische Reformulierung grundlegender Mechanismen der kapitalistischen Gesellschaft und ihrer politischen Regulierungsformen. Die kapitalistische Gesellschaft ist demnach entlang des immer zugleich politischen und ökonomischen Gesamtprozesses ihrer Reproduktion zu analysieren. Im Vortrag soll in diesem Sinne auf der Grundlage wertkritischer Überlegungen ein Konzept der Transformation demokratischer Staatlichkeit skizziert werden.

Jan Schlemermeyer ist Politikwissenschaftler, lebt in Berlin und Frankfurt und ist in verschiedenen sozialen Bewegungen aktiv. Er ist Mitautor eines Bandes zu Geschichte und Organisierung der Antifa (theorie.org) und veröffentlicht u.a. in PROKLA, Jungle World, Prager Frühling, Neues Deutschland und Luxemburg.

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Marx Expedition 2012


Was im Jahr 2007 als Krise des US-Immobilienmarktes begann, hat sich bis heute zu einer handfesten Weltwirtschafts- und Fiskalkrise ausgeweitet, so dass mittlerweile die Zukunft der europäischen Währungsunion auf dem Spiel steht. Unter deutsch-französischer Führung sollen die Haushaltsprobleme mittels radikaler Sparpolitik auf Kosten der LohnarbeiterInnen, vor allem in der europäischen Peripherie, gelöst werden. In Griechenland kommt es daher zur Zeit zu massiven sozialen Protesten. Schon Karl Marx setzte sich in seinem gut 140 Jahre alten Kapital mit ökonomischen Krisen, Staatsverschuldung, Ausbeutung und Arbeitskämpfen auseinander. Dabei versucht er zu ergründen, warum solche Phänomene im Kapitalismus notwendigerweise auftreten. Was liegt also näher, als sich einmal genauer mit dem zu beschäftigen, was man von Marx für das 21. Jahrhundert lernen könnte? Wir haben daher neun kritische Sozialwissenschaftler eingeladen, um einen Einblick in die Marxsche Gesellschaftstheorie zu erhalten und davon ausgehend mit euch diese aktuellen Phänomene diskutieren zu können. Ziel ist, sich mit so scheinbar selbstverständlichen Phänomenen wie Kapitalismus, Staat, Arbeit und Moral aus einer etwas anderen Perspektive auseinanderzusetzen.

Veranstaltungen

19.04.2012 | 19:00 Uhr | Hörsaal 1, Hörsaalgebäude (HSG) der Uni Leipzig, Universitätsstraße 3, 04109 Leipzig

Michael Heinrich

Das Marx'sche "Kapital" in Zeiten der Finanzkrise



02.05.2012 | 19:00 Uhr | Hörsaal 1, Hörsaalgebäude (HSG) der Uni Leipzig, Universitätsstraße 3, 04109 Leipzig

Ingo Elbe

Anonyme Herrschaft und Fetischismus. Moderne Machtverhältniße und ihre Selbstverrätselung



Dr. Ingo Elbe ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Privatdozent an der Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg. Letzte Publikationen zum Thema "Theorien des Politischen": Paradigmen anonymer Herrschaft. Politische Philosophie von Hobbes bis Arendt. Würzburg 2015; (zusammen mit Sven Ellmers): "Das öffentliche Leben. Zu Hannah Arendts Theorie wirtschaftlichen Wachstums". In: Zeitschrift für kritische Sozialtheorie und Philosophie, Nr. 2/2/2015. "Politische Macht, Faschismus und Ideologie. Ernesto Laclaus Auseinandersetzung mit Nicos Poulantzas". In: A. Hetzel (Hg.): Radikale Demokratie. Zum Staatsverständnis von Chantal Mouffe und Ernesto Laclau. Baden-Baden 2017.

23.05.2012 | 19:00 Uhr | Hörsaal 1, Hörsaalgebäude (HSG) der Uni Leipzig, Universitätsstraße 3, 04109 Leipzig

Christoph Türcke

Marx und die Grenzen der Dialektik



31.05.2012 | 19:00 Uhr | Hörsaal 1, Hörsaalgebäude (HSG) der Uni Leipzig, Universitätsstraße 3, 04109 Leipzig

Christian Schmidt

Entfremdung - die Schizophrenie im Kapitalismus



Christian Schmidt lehrt am Institut für Philosophie der Universität Leipzig.

11.06.2012 | 19:00 Uhr | Hörsaal 1, Hörsaalgebäude (HSG) der Uni Leipzig, Universitätsstraße 3, 04109 Leipzig

Alex Demirovic

Wie normativ ist die Marx'sche Kritik der kapitalistischen Gesellschaft?



19.06.2012 | 19:00 Uhr | Hörsaal 1, Hörsaalgebäude (HSG) der Uni Leipzig, Universitätsstraße 3, 04109 Leipzig

Ulrich Brieler

Die Empire-Trilogie von A.Negri und M.Hardt - "Das kommunistische Manifest" des 21. Jhd?



Prof. Dr. Ulrich Brieler ist Leiter des Referats Wissenspolitik der Stadt Leipzig und Honorarprofessor am Institut für Philosophie der Universität Leipzig.

28.06.2012 | 19:00 Uhr | Hörsaal 1, Hörsaalgebäude (HSG) der Uni Leipzig, Universitätsstraße 3, 04109 Leipzig

Heiner Ganßmann

Kapital und Arbeit - ein aktueller Gegensatz?



05.07.2012 | 19:00 Uhr | Hörsaal 1, Hörsaalgebäude (HSG) der Uni Leipzig, Universitätsstraße 3, 04109 Leipzig

Joachim Hirsch

Form und Geschichte des kapitalistischen Staates



12.07.2012 | 19:00 Uhr | Hörsaal 1, Hörsaalgebäude (HSG) der Uni Leipzig, Universitätsstraße 3, 04109 Leipzig

Klaus Dörre

Landnahme und Wachstumszwang. Zu den Grenzen kapitalistischer Dynamik